St. Nikolaikirche

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St. Nikolai & die astronomische Uhr in Stralsund

St. Nikolai ist die älteste der drei großen Pfarrkirchen Stralsunds. Mit der Verleihung des Stadtrechtes 1234 begann der Bau einer gewaltigen Hallenkirche, die um 1270 für Messen und Bestattungen teilweise genutzt werden konnte.

Ein Brand oder teilweiser Einsturz eines Glockenträgers um 1270 war vermutlich Anlass, diesen Bau im Bereich des Chores wieder abzureißen und nach dem Vorbild französischer Kathedralen und mit Blick auf die im Bau befindliche Lübecker Marien- kirche neu zu errichten. Nach Vollendung des Hohen Chores wurde dieser nach Westen provisorisch abgeschlossen.Bereits 1279 wird die Weihe der Hochaltars überliefert. Langhaus und Einturm des Vorgängerbaus werden zu Beginn des 14. Jhdts. abgerissen. Es wird mit dem Bau der Doppelturmanlage begonnen. Bis etwa 1350 wird der Bereich zwischen der Doppelturmanlage und dem Hohen Chor durch das Langhaus geschlossen. Der Südturm hat eine Höhe von102 m, Hoher Chor und Langhaus erreichen die Höhe von 29 m.

Hinter dem Hochaltar befindet sich die im Jahre 1394 von Nikolaus Lilienfeld vollendete astronomische Uhr. Sie zählt zu einer Reihe von Monumentaluhren, die seit dem 14. Jahrhundert in Kirchen verschiedener Städte des Hansebundes Aufstellung fanden. Dabei gehört die Uhr in St. Nikolai zu den ältesten dieser Art mit astronomischen Anzeigen.

Es handelt sich bei der astronomischen Uhr um eine Räderuhr mit mechanischer Hemmung. Neben Tages- und Nachtzeit konnte die Stellung der Sonne, des Mondes und der Fixtsterne abgelesen werden. In den Zwickeln um das Ziffernblatt befinden sich der Begründer der morgen- und abendländischen Astronomie: Claudius Ptolemaios, Alfons X. von Kastilien, Hali und Albumasar. Im Unterteil der Uhr sollte wahrscheinlich ein Kalendarium eingebaut werden. Zur Ausführung der Kalenderscheibe kam es jedoch nicht. Zu beiden Seiten des Gitters sind die Personifikationen von Morgen und Abend dargestellt.